Himmelsboten

Abschied von NICK - ehemals Nelson

Hallo Daggi,

Nick war unser erster Hund. 

Ich war es, der sich immer einen Hund gewünscht hat. Als wir Beide in Rente waren, haben wir intensiv nach einem Wegbegleiter Ausschau gehalten. 

Alle Tierheime im weiten Umkreis haben wir besucht. Es ist uns immer wieder schwer gefallen, an den Hundekäfigen vorbei zu gehen und den zum Teil bittenden Blicken der Hunde auszuweichen. 

Unser erster Besuch in einem Tierheim, war hier bei uns in Troisdorf. 

Wir haben es dort nur wenige Minuten ausgehalten, haben weinend das Tierheim verlassen.  

Die Fernsehsendung "Tiere suchen ein zu Hause" war Pflichtprogramm. Durch diese Sendung sind wir über den Umweg der Pflegestelle Eifel, zu APRAM, zu Dir und zu unserem Nick, der bei Euch Nelson hieß, gekommen.

Wir hatten einen tollen Hund, der leider oft krank war. 

Die schlimmste Diagnose erhielten wir 2013, als sein linkes Auge blind geworden war und es nur eine Frage der Zeit war, bis er ganz erblinden würde.

Wir haben mit vielen verschiedenen Tropfen und 14 tägigen Augenarztbesuchen sein sehendes Auge erhalten können. 

An einem Morgen, im Frühjahr 2016, mussten wir mit ansehen, wie er überall gegen lief, sich durch die Wohnung tastete. Ein Anblick der uns das Herz zerriss. Tagelang haben wir bei dem Anblick weinen müssen. 

Es kam noch schlimmer. 

Weil auch die blinden Augen, weiterhin einen sehr hohen Augendruck haben konnten und auch manchmal hatten, was sehr schmerzhaft ist, mussten wir die Entscheidung treffen, die Augen entfernen zu lassen. 

Kurz vor Ostern wurde die OP vorgenommen. 

Der Anblick, als Nick aus dem OP Raum gebracht wurde, werde ich nie vergessen. 

Abschied Oktober 17 07

Es war erstaunlich, wie schnell er auf den Beinen war, mit seinen Mullbinden vor den Augenhöhlen, seiner Halskrause hinter dem Kopf, nichts sehend, mit der Halskrause überall aneckte, trotzdem den ganzen Tag unterwegs in Wohnung und Garten war. 

Es war nicht zu übersehen, dass es ihm ohne Augen besser ging.

Abschied Oktober 17 02

 Anderthalb Jahre lang hat sich Nick nicht von seiner Blindheit groß beeindrucken lassen. 

Er ist selbstständig überall hingegangen, hat sich erst in seinen letzten Lebenstagen von uns helfen lassen.

Ich dachte immer, wenn es einmal so weit ist, dass wir Nick einschläfern müssen, dass es mir, bei dem Gedanken, einen blinden Nick einzuschläfern, die Trennung leichter fallen würde. 

Es ist nicht so.

Vor zwei Monaten hatte er sehr starke Hustenanfälle. Nick bekam eine Ultraschall und  Herzuntersuchung, seine Lunge wurde geröntgt. Nick hatte ein 6 cm großes Geschwulst in der Lunge, daher der Husten und die Luftbeschwerden.

Mit einer Langzeit- Kortisonspritze sollte der Husten auf ein verantwortliches Maß reduziert, die Atmung verbessert werden. Die Spritze sollte alle drei Wochen aufgefrischt werden. Nach vier Wochen wurde die Lunge noch einmal geröntgt. Das Ergebnis ließ hoffen, denn das Geschwulst war nicht weiter gewachsen.

Nick machte seine Spaziergänge in einem Tempo, dass uns alt aussehen ließ. Am Abend, meldete er sich auf die Minute genau, bei uns an, um sein abendliches Mal zu bekommen. Wir waren alle mit dem Ist-Zustand zufrieden, bis er am Donnerstag Abend  (28. September) sein Fressen verweigerte  und bis zu seinem Tod, selbst die von Lydia gebackenen Hundeplätzchen ablehnte. Die Hustenanfälle wurden immer heftiger, und Nick immer schwächer.

Auch wenn wir uns gegen die Vorstellung, dass es mit Nick zu Ende geht, wehrten, so haben wir die Zeit genutzt, uns von ihm zu verabschieden.

Am Montag, 2. Oktober 2017 um 19:15 Uhr ist Nick in unseren Armen eingeschläfert worden.

Trotz allen Krankheiten, Wir hatten einen lieben, tollen Hund. 

In 13 Jahren waren wir nur zwei Mal, für eine Woche, getrennt. 13 Jahre lang waren wir täglich 24 Stunden zusammen. Nick ist 14 Jahre alt geworden.

Lydia mein Frau, Nick und ich, waren immer zusammen, Nick war nie alleine, wir hatten tolle Jahre mit ihm und er ganz bestimmt auch mit uns.

Liebe Grüße

Detlef

Abschied Oktober 17 01  Abschied Oktober 17 06